Wie das Eis in den Wein kam

Gastbeitrag von Magdalena

 

Dass der Eiswein mit seinem fruchtigen und süßen Geschmack als hervorragender Dessertwein gilt, ist wohl den meisten bekannt. Bei den Fragen, von wo er herkommt und wie dieser hergestellt wird, werden jedoch einige keine Antwort parat haben.

So ging es mir natürlich auch. Als traditionelle Österreicherin trinke ich gerne (und wenn es der Augenblick verlangt auch viel) Wein. Ob Rot oder Weiß, flüssig soll er sein, der Wein. Ins Detail darf man aber bei mir nicht gehen. Ob ich lieber einen trockenen, halb-trockenen oder lieblichen Wein trinke? Gut soll er eben schmecken, da versteife ich mich nicht auf Geschmacksangaben. Viel wichtiger ist mir dabei, dass der Winzer seine Arbeit gut und gerne macht. Darum kaufe ich Weine bei meinem Winzer des Vertrauens – Arnold Holzer- und stolperte so vor Kurzem auf den Icewine 1995.

Ich koche und backe sehr gerne und liebe es, meine Gäste zu verwöhnen. Darum gab es zu meiner Tarte au chocolat (die übrigens wunderbar zu Eiswein passt) ein Schlückchen, des 1995 hergestellten Eisweins. Als wir nun diesen besonderen Wein hinunter schlürften, kam mir eine Frage in den Sinn: Wie kommt das Eis eigentlich in den Wein?

(Nur zur Info: Der Eiswein erhielt von allen Anwesenden das Prädikat empfehlenswert.)

icewine2icewine3

Der Eiswein ist ein Prädikatswein, also die höchste Qualitätsstufe bei Weinen. Er trägt nicht nur diesen besonderen Titel, er unterscheidet sich auch im Hinblick auf die Erzeugung. Die Kälte macht es nämlich aus. Denn das Wasser in der Traube kristallisiert bei Kälte aus und sorgt so für eine hohe Konzentration des Zuckergehalts und demzufolge für einen hocharomatischen Säuregehalt. Bei mindestens -7 °C wird die gefrorene Traube geerntet und als gefrorenes Material weiterverarbeitet.

Aber nicht nur das Material, auch der Boden ist von großer Bedeutung. Der Ort meines Winzers- Großriedenthal- ist auch als „Eiswein Gemeinde“ bekannt. Seit vielen Jahrhunderten galt der Ort als Tal großer und guter Weinrieden. Darum bekam die Gemeinde auch ihren Namen Groß – Rieden – Thal. Nach der Eiszeit wurden in diesem Gebiet meterhohe Schichten Löss angeweht, die sich über die Jahre verdichteten und so die Grundvoraussetzungen für den heutigen Weinbau schafften. Dieser Lössboden macht den Wein besonders gehaltvoll. Aufgrund der Kraft des Bodens entpuppte sich, in den 90er Jahren, der Eiswein in Großriedenthal als Delikatesse und wurde sogar als „flüssiges Gold“ bezeichnet.

1995 wurde am Hof der Familie Holzer der letzte Eiswein hergestellt. Bis heuer, 2015, lag der Wein abgefüllt in Flaschen, im alten Weinkeller. Zu unserem Glück wurde er wieder gefunden, vom Staub befreit und modern eingekleidet. Senior Chef Herbert erinnert sich noch gut, wie er den Wein herstellte: „Die Trauben wurden am 25. November, genau an Arnolds Geburtstag, geerntet. Die Kälte kam in diesem Jahr schon sehr früh, um die -9 °C hatten wir. Die Trauben stammten von unserem jetzigen ältesten Weingarten, der „Altweingarten.“ “

Der Charakter des Weines zeichnet sich durch seine konzentrierte Süße und dem hohen Säuregehalt aus. Die Sorte „Grüner Veltliner“, die auch Winzer Arnold verwendet, eignet sich aufgrund seiner säurehaltigen Art, besonders für die Eisweinherstellung. Er ist sehr ausdrucksstark und geschmackvoll und darum der Dessertbegleiter Nr. 1!

Eine Info aus erster Hand darf ich Euch noch verraten: Wenn das Wetter mitspielt, wird es wieder neuen Eiswein geben!

icewine1

» Bestellung und Preis auf Anfrage